Han Wudi
ca. 157-87 v.Chr
Seinen Ehrennamen verdankt der Herrscher seinen zahlreichen Eroberungszügen: Wudi, der "Kriegerische", dehnt die Grenzen des Reichs erheblich aus; er formt aus China eine Großmacht und ein Handelsimperium. Auch innenpolitisch gehört er zu den erfolgreichsten Kaisern seiner Dynastie: Geschickt festigt er seine Position im Reich und damit den Herrschaftsanspruch der Han (206v.Chr. - 220 n.Chr.).
Schon mit 15 Jahren wird Wudi Kaiser. Er ist zupackend und tatkräftig: Das Reich erhält eine engmaschige und effiziente Verwaltung. Und die Beamtenschaft verpflichtet der Kaiser auf die Prinzipien des Konfuzianismus. Wudi ist es, der dessen Ethik und Gesellschaftslehre zur Staatsdoktrin erhebt und die ersten Lehrstühle zum Studium konfuzianischer Klassiker errichtet.
Wudi beendet den Friedenskurs seiner Vorgänger. Die Xiongnu-Nomaden, die immer wieder von Norden und Westen einfallen und beschwichtigende Geschenke der Chinesen gewöhnt sind, besiegt er nach mehreren Feldzügen. Seine Truppen erobern den Norden Vietnams, besetzen Teile Koreas und stoßen nach Zentralasien vor: Garnisonen entlang der gerade etablierten Seidenstraße sollen Chinas Außenhandel mit den westlichen Nachbarvölkern sichern.
Nach 50 Jahren lässt der eiserne Griff des Kaisers nach, Mitglieder des Hofs gewinnen an Einfluss. Weil Wudi die Macht zu stark auf seine Person konzentriert hat, wird der Palast nach seinem Tod zu einem Ort der Intrigen, es kommt zum Bruch zwischen Hof und Beamtenschaft. Wudis Regierungszeit geht als Goldenes Zeitalter der 400-jährigen Han-Dynastie in die chinesische Geschichtsschreibung ein.
GEO-Epoche, Das Alte China, 2002