Nanjing

Nanjing bedeutet südliche Hauptstadt. Die Stadt war häufig und lange Zeit Gegenspielerin der nördlichen Hauptstadt Bejing. Vom 3. bis zum 15. Jhdt residierten hier acht Dynastien; sie errichteten Paläste, Tempel und Mausoleen. Im 20. Jhdt diente Nanjing wieder als provisorische und kurzfristige Hauptstadt und huldigt bis heute dem Andenken an den Republikgründer Sun Yatsen. Von der Tang-Dynastie bis zur Guomindang wichen unter Druck stehende Herrscher oder neue Machthaber gerne in den Süden aus, wenn sie den Norden nicht mehr halten konnten. Die Taiping-Rebellen wollten den umgekehrten Weg gehen. Sie besetzten die Stadt 1853 und machten sie zur Hauptstadt ihres Himmelsreiches, das jedoch elf Jahre später in Scherben lag. Ihren Namen bekam die Stadt am Yangzi 1421 verliehen. Da hatte sie als Ersatzspielerin wieder einmal ausgedient, denn der Yongle-Kaiser, der dritte der Ming-Dynastie, verlegte seine Kapitale wieder nach Peking,  wo er mit dem großen Kaiserpalast ziemlich endgültige Fakten schuf.          

Wenn man zu den Resten der Stadtmauer schlendert, gelangt man in den Xuanwuhu Park, einer Gartenanlage mit Pavillons und kleinen Tempeln rund um einen großen See, in den zahlreiche Bäche aus dem Purpurberg fließen. Fünf Inseln liegen im See, durch Dämme miteinander verbunden. Auf einer der Inseln befindet sich der Zoo. Nach dieser Erholung im Grünen kann man sich die Ruinen des Kaiserpalastes der Ming-Dynastie ansehen. Schon nach den Grundprinzipien des späteren Pekinger Palastes, aber in wesentlich kleinerem Umfang ließ sich der Hongwu-Kaiser nach seiner Machtübernahme 1368 einen Palast errichten. Nachdem Yongle die Hauptstadt wieder in den Norden verlegt hatte, verfielen die Gebäude oder wurden in Kriegen zerstört. Für Geschichtsfreunde interessant ist das Nanjing-Museum. Unzählige Bronzen, Keramikgegenstände, Werkzeuge und Kunstobjekte kann man hier begutachten. 

Etwas östlich liegt das Grab des ersten Ming-Kaisers (Xiaoling), das dieser ab 1381 anlegen ließ. Vom Aufbau der Anlage her weist das nicht weit entfernt liegende Mausoleum Sun Yatsens  durchaus einige Ähnlichkeiten mit dem Ming-Grab auf.  Nach einem Ausflug in die Waldlandschaft des Purpurberges sollte man sich noch etwas im Süden umsehen. Etwa im Konfuzius-Tempel (Kong Fuzi Miao), der ursprünglich im 4.Jhdt gegründet, aber danach vielfach umgebaut wurde. Nicht weit entfernt liegt der Zhan-Garten, ehemals eine kleine Residenz, die der erste Ming-Kaiser nutzte, bis sein neuer Palast fertiggestellt war.

Auch am Stadtrand und außerhalb von Nanjing gibt es noch einiges zu sehen. Besonders stolz ist die Stadt auf ihre Yangzi-Brücke, die mit zwei Ebenen für Autos und Züge den gewaltigen Fluß mit einer Länge von 1577 m überspannt.

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