Nächtliche Lust

Ich lass mich von der Dunkelheit

bewegen und verführen

seh mit ernsten Augen und fange an zu spüren

es ist die Finsternis und nicht die Heiterkeit

die mein Gemüt fängt an zu führen.

Ich lass mich fallen in die Nacht

vom Mondlicht fort mich tragen

während andere im Schlaf sich plagen

halte ich mit den Wölfen Wacht

und beginne mich zu fragen:

Warum bin ich ein Kind der Finsternis,

bin ein Vampir ich gar?

fliege mit der Flederschar

und das ist mein Geheimnis:

auf Du und Du mit der Nachtmahr.

Lass mich ins kühle, nasse Grase fallen

spür die Erde unter mir

und wie ein unruhiges wildes Tier

vom Wahnsinn fast befallen

schreie ich vor Wollust und vor Gier.

Ich lass das Mondlicht durch's Blute fliessen

leck zitternd mir die Lippen

ich fühl's - mein Verstand beginnt zu kippen

doch noch will ich' s geniessen

es pulsiert unter meinen Rippen.

Ich lass mich von der Dunkelheit

nochmal bewegen und verführen.

(13. August 2000)