Filmografie
Scudda Hoo! Scudda Hay!/Summer Lightning USA 1948.
Regie: F.Hugh Herbert
Dangerous Years, USA 1948.
Regie: Arthur Pierson
Ladies of the Chorus, USA 1948.
Regie: Phil Karlson
Tibor Krekes - Motion Picture Herald: "Einer der Vorzüge dieses Films ist Miss Monroes Gesang. Sie ist hübsch und zeigt - mit angenehmer Stimme und ebensolcher Ausstrahlung - vielversprechendes Talent..."
Love Happy (Glücklich verliebt) USA 1949.
Regie: David Miller
T.M.P. - New York Times: "Die Marx Brothers sind wieder los und verwandeln die Leinwand in ein Schlachtfeld der Komik. Love Happy ist turbulente Unterhaltung, und wie jemand den Film bewertet, wird davon abhängen, ob er die Marx Brothers mag oder nicht. Unter diesen Umständen ist es so gut wie unmöglich, ein unparteiisches oder gar erschöpfendes Urteil abzugeben. Aber nach größtmöglichem Austarieren der Urteilsskalen stellt sich Love Happy diesem Zuschauer als ständiges Auf und Ab dar, einmal sind die Gags unglaublich komisch und pianissimo - dann wieder fallen sie mit einem vernehmlichen Plumps auf die Nase..."
A Ticket to Tomahawk, USA 1950
Regie: Richard Sale
The Asphalt Jungle, (Asphalt-Dschungel/Raubmord), USA 1950.
Regie: John Huston
Liza Wilson - Photo Play: "Regisseur dieser brutal offenen Geschichte um Verbrechen und Sühne in einer Stadt des mittleren Westens ist der zweifache Oscar-Preisträger John Huston, Sohn des verstorbenen Walter Huston. Johns Filme haben meistens einen düsteren Hintergrund, sind daber stets dramatisch und packend. Diesmal beleuchtet er, wie es bei einem Überfall auf ein Juweliergeschäft hinter den Kulissen aussieht... In diesem Film gibt es nur überdurchschnittliche Darstellerleistungen... Auch eine hübsche Blondine namens Marilyn Monroe tritt auf; sie spielt Calherns Freundin und mach aus jeder ihrer Szenen das beste..."
All about Eve, (Alles über Eva), USA 1950
Regie: Joseph L. Mankiewicz
Bosley Crowther - New York Times: "Das gute alte Theater, der traditionsreiche Tempel der darstellenden Kunst, hat auf Hollywood seit jeher mit Verachtung und Hohn herabgeblickt. Hoffentlich ist es auch bereit, selbst Ziel der Kritik zu sein, denn Hollywood zeigt nun seinen Giftstachel und gibt den Spott massiv zurück. In All about Eve, einer vernichtenden Satire (sie ist zugleich geistreich, durchdacht und kultiviert), die Twentieth Century-Fox und Joseph L. Mankiewicz gestern vorstellten, zeigt die Filmindustrie dem Broadway schonungslos die Zähne. Wenn das Theater sich die Tracht Prügel nicht gefallen lassen will, soll es eben George Kaufman und Moss Hart zu Hilfe rufen. Aber es mag durchaus sein, daß selbst die Herren Kaufman und Hart nicht gegen die grelle und verheerende Ironie ankommen würden, mit der dieser Film auf brillante Weise aufwartet. Denn offensichtlich hat sich Mr. Mankiewicz, der als Drehbuchautor und Regisseur verantwortlich zeichnet, schon sehr lange auf diesen Schlag vorbereitet. Man merkt, daß er das Theater und dessen charmantes Völkchen jahrelang studiert haben muß, und sicher nicht durch die rosarote Brille eines eingeschworenen Enthusiasten. Und nun ist der Moment gekommen, wo er sich mit der glänzenden Unterstützung von Bette Davis und einer wahrhaft erlesenen Besetzung mitten in das Milieu hineinstürzt, die Krallen schärft und so manche Rechnung begleicht..."
The Fireball, USA 1950
Regie: Tay Garnett
H.H.T. - New York Times: "The Fireball ist ein recht billiger und mäßig attraktiver Film über eine neue Sportart und besitzt lediglich einige gelungene Momente in Pat O'Briens ulkiger Verkörperung eines Priesters, in den Szenen auf der Rollschuh-Rennbahn und - paradoxerweise - während Mickey Rooneys Landstreicher Szenen am Anfang. Denn in diesen Momenten, wenn er sich ganz normal geben kann, ist er ebenso überzeugend wie als "Killer McCoy" vor drei Jahren.... "
Right Cross, USA 1950
Regie: John Sturges
Archer Winston - New York Post: "Right Cross spielt im Boxermilieu. Es gibt eine Liebesgeschichte, und auch die mexikanische Rassenfrage wird gestreift. Aus alledem ist zwar kein überragender Film geworden, doch er besitzt seine vergnüglichen Momente... Right Cross funktioniert in erster Linie als Unterhaltungsfilm, doch die Themen, die er anspricht, verdienen unsere Aufmerksamkeit, denn sie verleihen den Figuren in bezug auf ein aktuelles, gesellschaftliches Problem Glaubwürdigkeit..."
Hometown Story, USA 1951
Regie: Arthur Pierson
Brog.-Variety: "Arthur Pierson schrieb und inszenierte diesen Film. In der Besetzungsliste fanden sich so verläßliche Profis wie Jeffrey Lynn, Donald Crisp und Marjorie Reynolds in den Hauptrollen... Marylin Monroe, Barbara Brown und Griff Barnett erfüllten die Anforderungen des Drehbuches..."
As young as you feel, USA 1951
Regie: Harmon Jones
Bosley Crowther - New York Times: "Dieser unprätentiöse, kleine Film, dessen Drehbuch Lamar Trotti geschrieben hat und der von Harmon Jones in herrlich komödiantischem Stil inszeniert wurde, bietet, was Originalität und Geschmack anbetreffen, ausgezeichnete Unterhaltung, und das Publikum muß sich mit ihm sicherlich auf einer ziemlich anspruchsvollen Ebene auseinandersetzen... Albert Dekker ist höchst amüsant als der stiernackige Boss eines Kleinunternehmens, und Marilyn Monroe in der Rolle seiner Sekretärin ist supberb..."
Love Nest, USA 1951
Regie: Joseph Newman
Brog. - Variety: "Es gibt nur wenige originelle Dialoge und Situationen im Drehbuch, und die reichen einfach nicht, um einem ziemlich abgegriffenen Thema noch irgendwelche Würze zu verleihen, egal wie sehr sich die Hauptdarsteller auch anstrengen, um Lacher zu provozieren... Marilyn Monroe wird noch beigemischt, um für Eifersucht zwischen den Hauswirten zu sorgen... Jules Bucks Produktionsüberwachung taugt zwar in bezug auf das äußere Erscheinungsbild des Films, läßt aber in bezug auf Drehbuch und Handlungsführung zu wünschen übrig."
Let's make it legal, USA 1951
Regie: Richard Sale
Frank Qinn - New York Daily Mirror: "Claudette Colbert hat durchaus komisches Talent, doch auch sie kann Let's make it legal nicht so unterhaltsam gestalten, wie man es erhofft hatte. Solange sie die Leinwand beherrscht, hat die Komödie Schwung, aber sobald ihre Partner am Zuge sind, tritt sie auf der Stelle. Der Film leidet unter einem schwachen Drehbuch und unglaubwürdigen Figurenzeichnungen von Macdonald Carey und Zachary Scott... Marilyn Monroe stellt als kleine Ablenkung ihr gutgebautes Fahrgestell zur Schau... Let's make it legal zeugt von Claudette Colberts gutem Willen, dem sich aber zu viele Hindernisse in den Weg stellen... "
Clash by night (Vor dem neuen Tag), USA 1952
Regie: Fritz Lang
Alton Cook - New York World-Telegram and Sun: "In Clash by night ist Barbra Stanwyck wieder einmal in einem ihrer bewährten Gefühlsdramen zu sehen. Dieser Stoff von Clifford Odets liefert ihr aber, was Handlung und Figurenzeichnung betreffen, eine bessere Grundlage als sonst. Ehe wir näher auf Clash by night eingehen, sollten wir vielleicht erwähnen, daß uns dieser Film Marilyn Monroe zum ersten Mal als hundertprozentige Schauspielerin präsentiert. Das Ergebnis ist erstaunlich positiv. Dieses Mädchen besitzt eine erfrischende Vitalität, einen Überfluß an kindlicher Ausgelassenheit. Und wenn es die Situation erfordert, ist sie auch eine starke Schauspielerin. Damit hat sie endgültig bewiesen, daß sie ein talentierter neuer Star ist, dem all die fantastische Publicity nur zu gönnen ist. Ihre Rolle in diesem Film ist nicht gerade sehr groß, doch Marilyn verleiht ihr Wichtigkeit."
Don't bother to knock (Versuchung auf 809), USA 1952
Regie: Roy Baker
Archer Winston - New York Post: "Mit Don't bother to knock hat man Marilyn Monroe in das tiefste Wasser des ernsten Dramas geworfen: Schwimme oder geh unter! Eigentlich tut sie weder das eine noch das andere, sie hält sich allenfalls über Wasser. Bei ihrer Figur fällt ihr das nicht schwer, und was wäre besser als das? Zunächst bemüht sich Miss Monroe auf etwas gekünstelte Art, "nicht ganz da" zu sein. Die verträumte Monotonie, mit der sie sich mit fremden Leuten in einem Hotel von Manhattan über einen Babysitter-Job einig wird, könnte als Hinweis auf ihr beschränktes Talent gedeutet werden. Doch es stellt sich heraus, daß die voreilig geurteilt wäre. Das Mädchen, das sie spielt, ist tatsächlich leicht geisteskrank... Leute vom Fach mögen das eine oder andere an Miss Monroes Porträt einer Psychopathin bemängeln, aber ich fand sie überraschend gut, zumal man bedenkt, wie wenig Erfahrung sie im dramatischen Fach besaß und wie sehr sie bisher auf den Revuegirl-Typ festgelegt war. Vielleicht bin ich aber auch zu voreingenommen."
We're not married (Wir sind gar nicht verheiratet), USA 1952
Regie: Edmund Goulding
Otis L. Guernsey - New York Herald Tribune: "Nunnally Johnson nimmt in We're not married die Ehe auf die Schippe, und daran hat jeder sein Vergnügen... Bei David Wayne und Marilyn Monroe (die aussieht, als habe Michelangelo sie aus einer Sahnetorte modelliert) geht es darum, daß der Ehemann, der die Küchenarbeit satt hat, von seiner Frau verlangt, sie solle ihre Karriere als Schönheitskönigin an den Nagel hängen und an den häuslichen Herd zurückkehren."
O.Henry's Full House (Vier Perlen), USA 1952
Regie: Henry Koster
Archer Winston - New York Post: "Will man eine Rangfolge aufstellen, so schneidet Charles Laughton in The Cop and the Anthem sicher am besten ab. Seine Rolle soll das Publikum zum Lachen bringen, und er erreicht damit durchaus den hohen Standart seines Witzes... Marilyn Monroe ist wieder so honigsüß wie schon in Asphalt Jungle und spielt hier ein erstaunlich wohlproportioniertes Straßenmädchen."
Monkey Business (Liebling, ich werde jünger), USA 1952
Regie: Howard Hawks
Archer Winston - New York Post: "Marilyn Monroe, die von Grant als 'noch ein halbes Kind' beschrieben wird (worauf Ginger Rogers kontert: 'Aber nicht die sichtbare Hälfte!'), hat etwas in ihrer Haltung und in ihrem Gang, das suggestiv genannt werden muß. Was sie suggeriert, ist etwas, um das es in diesem Film die meiste Zeit geht, mit oder ohne Verjüngung."
Newsweek: "Monkey Business ist eine der besten Komödien des Jahres."
Niagara (Niagara), USA 1953
Regie: Henry Hathaway
A.H.Weiler - New York Times: "20th Century Fox schert sich offenbar nicht darum, daß es nur sieben Weltwunder gibt, denn sie hat zwei weitere entdeckt und stellt diese in Technicolor in dem Film Niagara vor. Die Produzenten machen nämlich von der Pracht der Wasserfälle und der umliegenden Landschaft als auch von der Pracht des Namens Marilyn Monroe optimalen Gebrauch. Die Aussicht ist in beiden Fällen atemberaubend. Und wenn einer bemänglen wollte, daß das Melodram, in das die Wasserfälle und Miss Monroe verstrickt werden, doch wohl nicht gerade von der spektakulärsten Sorte ist, so hätte er da völlig recht. Aus welchem Blickwinkel man sie auch betrachtet - die Wasserfälle und Miss Monroe lassen einem einigermaßen aufmerksamen Zuschauer sicher nichts zu wünschen übrig... Vielleicht ist Miss Monroe für diesen Punkt als Schauspielerin nicht perfekt genug. Doch weder den Regisseuer noch die Kameramänner scheint das gestört zu haben. Ob Nachthemd oder nicht minder gewagtes enges Kleid - ihnen ist keine Kurve entgangen. Und sie haben recht anschaulich verdeutlicht, wie verführerisch sie sein kann - selbst beim Gehen."
Gentlemen prefer blondes (Blondinen bevorzugt), USA 1953
Regie: Howard Hawks
Otis L. Guernsey Jr. - New York Herald Tribune: "Mit Marilyn Monroe und Jane Russell, die in dieser knallbunten Technicolor-Produktion alles zum Beben bringen, macht die Filmversion von Gentlemen prefer blondes das heiße Wetter noch heißer. Ein Film, in dem diese beiden strahlenden Pin-up-Girls gemeinsam auftreten, ist wie der doppelte Einsatz bei einer todsicheren Wette, und man wird denn auch mit einem gewaltigen Musical belohnt. Um die Mädchen herum gibt es Männer und Musik, und Regisseur Howard Hawks hat dafür gesorgt, daß in ihrem Gang das gewisse Etwas nicht fehlt. Ob sie nun singen, tanzen oder nur einfach Diamanten anstarren - diese Mädchen sind unwiderstehlich, und ihr Musical ist so sprühend wie ein Feuerwerk... Miss Monroe sieht mal wider so aus, als würde sie im Dunkeln leuchten, und ihre Darstellung der Blondine mit dem Unschuldsgesicht, deren Augen sich bei Diamanten weit öffnen und beim Küssen schließen, bringt einen nicht nur zum Lachen, sondern auch ganz schön zum Schwitzen. Miss Russell ist eine Juno in Nylonstrümpfen und hat den Bogen raus, mit unbeweglicher Miene sarkastische Spitzen zu verteilen. Sowohl bei den Songs als auch bei der Männerjagd arbeiten sie großartig zusammen. Miss Russell durchmißt mit langen Schritten das Parkett, während Miss Monroe lässig dahinschlendert, doch irgendwie gefallen sie immer gleich gut."
How to marry a Millionaire (Wie angelt man sich einen Millionär?), USA 1953
Regie: Jean Negulesco
Otis L. Guernsey Jr. - New York Herald Tribune: "Die große Frage 'Wie macht sich Marilyn Monroe auf der Großbild-Leinwand?' ist leicht beantwortet. Wer darauf besteht, in der ersten Reihe zu sitzen, fühlt sich wahrscheinlich wie in der Sauna. Von jedem normalen Sitzplatz aus betrachtet, sind ihre rasanten Proportionen jedoch so attraktiv wie immer, und ihre Leistung als Komikerin ist von der gleichen Klasse wie ihr Aussehen. Als kurzsichtiges Geschöpf, das in Gegenwart von Männern ihre Brille aus Eitelkeit nicht tragen will, rennt sie Möbel um und hält Bücher verkehrt herum, aber all das auf eine so aufreizende Weise, daß es fast die Leinwand zum Schmelzen bringt."
River of no return (Fluß ohne Wiederkehr), USA 1954
Regie: Otto Preminger
Bosley Crowther - New York Times: "Schwer zu sagen, ob nun die Landschaft oder Marilyn Monroes Schönheit die größere Attraktion von River of no return ist. Die Berglandschaft ist atemberaubend, doch Miss Monroe ist dies auf ihre Art nicht weniger. Wer nun was vorzieht, hängt allenfalls davon ab, wo die Interessen liegen. Drehbuchautor Frank Fenton hat sich alle Mühe gegeben, die Natur und Miss Monroe etwa das gleiche Gewicht zu verleihen... Regisseur Otto Preminger hat alle Pracht und Bedrohung, die von diesen Elementen ausgeht, auf die blickfeldfüllende CinemaScope-Leinwand gebracht... Doch die Aufmerksamkeit Mr. Mitchums und des Publikums richtet sich auf Miss Monroe, die sich häufig und gerne in Pose stellt.
There's no business like show business (Rhythmus im Blut), USA 1954
Regie: Walter Lang
Frank Quinn - New York Daily Mirror: "Marilyn Monroe, die Donald aus dem Showgeschäft und in die Uniform treibt, hat drei Lieder zu singen und trägt sie in ihrer zum Markenzeichen gewordenen verführerischen Art vor... Die Besetzung ist großartig... There's no business like show business ist ein großer Revuefilm voller Farbenpracht und Melodien. Ganz einfach eine Menge wundervoller Gefühlsduselei."
The seven year itch (Das verflixte 7. Jahr), USA 1955
Regie: Billy Wilder
Bosley Crowther - New York Times: "Miss Monroe bereichert den Film um eine besondere Persönlichkeit und ein gewisses physisches Etwas, was vielleicht nicht unbedingt den Vorstellungen des Autors der Vorlage entspricht, aber sicher etwas für sich hat. Von dem Moment an, in dem sie - in einem Kleid, das ihren wohlgeformten Körper umhüllt, als haben man sie kunstvoll hineingegossen - die Szene betritt, suggeriert der berühmte Filmstar mit dem silberblonden Haar und den unschuldigen großen Augen nur eines. Und diese Suggestion beherrscht so ziemlich den ganzen Film. Es ist - nun, warum es formulieren? Miss Monroe spielt eindeutig die Titelrolle."
Bus Stop (Bus Stop), USA 1956
Regie: Joshua Logan
Bosley Crowther - New York Times: "Haltet euch fest, Freunde, und macht euch auf eine Überraschung gefaßt. Marilyn Monroe beweist in Bus Stop endlich, daß sie eine wirkliche Schauspielerin ist. Sie und der Film sind einfach herrlich! Denen, die das Talent der Dame nach ihren Leistungen in Filmen wie Niagara, Gentlemen prefer Blondes oder gar The Seven Year Itch beurteilen, in denen ihre Anziehungskraft nicht gerade auf ihren schauspielerischen Qualitäten beruhte, mag diese Nachricht wenig plausibel und absurd erscheinen. Und sie mag auch bei denen auf Skepsis stoßen, die das Stück von William Inge gesehen haben, auf dem der Film basiert, und die sich an Kim Stanley in dieser Rolle erinnern. Aber wenn sie unser Urteil überprüfen wollen, statten sie dem Roxy, wo der von der 20th Century-Fox produzierte und von Joshua Logan inszenierte Film gestern anlief, einfach einen Besuch ab. Sie werden Miss Monroe vielleicht nicht gleich für die Duse halten, aber sie wird sie sicher überzeugen. Verblüffende Tatsache ist nämlich, daß Mr.Logan sie in diesem Film zu viel mehr gebracht hat als nur dazu, mit den Hüften zu wackeln, die Lippen aufzuwerfen, mit großen Augen zu gucken und den synthetischen Vamp zu spielen. Er hat es geschafft, daß sie bis hin zu ihrem Akzent und der Farbe ihrer Haut William Inges 'Mädchen aus der Gosse' ist. Er hat es geschafft, daß sie das aufgeputzte Flittchen, die etwas dümmliche Puppe ist, die ein nicht weniger naiver Cowboy in einer Kneipe in Phoenix aufstöbert und bis in ein eingeschneites Bus-Rasthaus in der Wildnis von Arizona verfolgt. Und, was das Wichtigste ist, er hat sie dazu gebracht, der Figur Würde zu verleihen und Anteilnahme an ihrem Schicksal erwecken zu lassen. Dies mag sich für diejenigen, die ihre Miss Monroe lieber gesund und aufreizend sehen, nicht gerade vielversprechend anhören. Doch glauben sie ja nicht, daß sie, weil sie in diesem Film wirklich eine Charakterstudie abliefert, deshalb weniger lebendig, humorvoll oder attraktiv ist als sonst."
The Prince and the Showgirl (Der Prinz und die Tänzerin), GB 1957
Regie: Laurence Olivier, Anthony Bushell
William K.Zinsser - New York Herald Tribune: "The Prince and the Showgirl macht großen Spaß, wenn man ihn nicht ernst nimmt. Sein Autor tut das ganz sicher nicht. Terence Rattigan hat nur ein Spiel erdacht, um uns für zwei Stunden zu unterhalten, und den Schauspielern macht die Sache jedenfalls ungeheuren Spaß. Sie versuchen, ein ernstes Gesicht zu machen, doch ein Augenzwinkern verrät sie. Im Falle von Laurence Olivier muß sich das Zwinkern erst einen Weg durch ein dickes Monokel suchen, um die Außenwelt zu erreichen, schafft dies aber auch. Diese darstellerische Leistung ist voller subtilem Humor... Marilyns Rolle besitzt keine so feinen Nuancen. sie ist ein einfältiges, aufgeschlossenes Revuegirl und weiter nichts, und Miss Monroe spielt es mit Frohsinn, kindlicher Unschuld, vergnügten Quieksern, schmollendem Mund. Augen groß wie Golfbälle und so manchem herzhaften Schwung ihrer wohlgeformten Rundungen."
Some like it hot (Manche mögen's heiß), USA 1959
Regie: Billy Wilder
Hift - Variety: "Some like it hot, meisterhaft in Szene gesetzt von Billy Wilder, ist wohl der witzigste Film seit langem. Es ist eine verrückte, clevere, burleske Komödie, die wie ein Feuerwerk beginnt und bis zum Schluß die tollsten Funken sprüht... Es mag sich abgedroschen anhören, aber Marilyn sah noch nie besser aus. Ihre Leistung als Sugar, die üppige Blondine mit Vorliebe für Saxophonspieler und Männer mit Brille, hat etwas auf köstliche Weise Naives. Sie ist eine Komödiantin mit jener Mischung aus Sexappeal und Gespür für den richtigen Moment, die unschlagbar ist."
Let's make love (Machen wir's in Liebe), USA 1960
Regie: George Cukor
Alton Cook - New York World-Telegram and Sun: "Marilyn Monroe erzielt in Let's make love einige der lautesten Lacher ihres Lebens... Es ist ein ausgelassener, alberner und wirklich erfrischender Ulk... Marilyn setzt sich tatsächlich einem Vergleich mit Mary Martin aus und singt in ihrer ersten Szene 'My heart belongs to Daddy'. In der Vorstellung, die ich besuchte, gab es vom Publikum Szenenapplaus."
The Misfits (Nicht gesellschaftsfähig), USA 1961
Regie: John Huston
Paul V. Beckley - New York Herald Tribune: "Nach einer langen Dürreperiode, was wirklich amerikanische Filme betrifft, gibt es jetzt Grund zur Freude, denn The Misfits ist so durch und durch amerikanisch, daß niemand außer einem Amerikaner ihn gemacht haben könnte. Um ehrlich zu sein: ich bin nicht sicher, ob ihn überhaupt jemand gemacht haben könnte außer John Huston nach einem Original-Drehbuch von Arthur Miller, und es ist kaum anzunehmen, daß Miller es ohne Marilyn Monroe geschrieben haben könnte. Da gibt es Sätze, bei denen man spürt, daß Miss Monroe selbst sie einmal gesagt haben muß... In dieser Zeit, in der Sex und Gewalt dermaßen ausgebeutet werden, daß unsere Gefühle Gefahr laufen, eingeschläfert zu werden, ist hier ein Film, in dem beide Aspekte eine ebenso starke Rolle spielen wie in der Wirklichkeit, aber nie um ihrer selbst willen ausgeschlachtet werden. Miss Monroe besitzt auch hier ihren eigenen Zauber, wird uns aber nicht als lebendes Pin-up-Girl in hautenger Seide vor die Nase gesetzt.. Und wer wollte bestreiten, daß die Schauspieler in diesem Film Spitzenleistungen vollbringen? Man vergißt, daß sie ihre Figuren nur darstellen und nicht sind, was sie spielen."
Something's got to give, USA 1962
Regie: George Cukor
Dieser Film existiert nur als Fragment.
Aus "Marilyn Monroe - Ihre Filme, ihr Leben", Heyne Filmbibliothek