Das also ist sie?

Was gibt es über mich zu erzählen?

Ich denke, es gibt nichts Schwierigeres, als eine Selbstbeschreibung. Früher im zarten Alter von 13 fertigte man einfach einen Steckbrief an: Größe, Sternzeichen, Haarfarbe, Augenfarbe, Gewicht (damals ging das noch....), ich mag - ich mag nicht.... etc. Aber ok, ich probiere es!

Geboren wurde ich am 21.Juli 1967, in Wien in einer stürmischen Gewitternacht. Deshalb wahrscheinlich liebe ich auch heute noch die Nacht und wenn es gewittert, dann fühl ich mich so richtig wohl. Seit Januar 1995 lebe ich in Frankfurt am Main, auch wenn ich hier mein Zuhause gefunden habe, so sind meine Wurzeln eindeutig in Wien zu finden, das äußert sich nicht nur in meinem Akzent, sondern sicher auch durch die Liebe zum Morbiden und im Hang zum ewigen Herumgejammere (Raunzen - nennen das die Wiener). Zeigt mir ein Bild vom Stephansdom, spielt mir ein Wienerlied... und mir wird weh ums goldene Wienerherz. ;o)

Als typischer Krebs, bin ich nah am Wasser gebaut, nostalgisch bis zum Exzeß - ich trage meine Vergangenheit immer mit mir herum und blicke des öfteren Zurück, wo ein Nachvorneblicken richtiger wäre. Ich hänge an altem Krempel, der langsam meinen Wohnraum verstopft... aber wie könnte ich mich von der alten Vase aus Griechenland, von den liebevoll geschriebenen Briefen dieses oder jenen Freundes, von alten Schulbüchern... etc. jemals trennen?

Nach aussen hin eine fürchterliche Zynikerin, gnadenlos ehrlich und manchmal schrecklich grummelig - so bin ich doch tief im Inneren ein zartbeseitetes Sensibelchen, das jedes böse Wort aus fremdem Mund auf sich selbst münzt, sich einen kleinen Zank sehr zu Herzen nimmt und fast zugrunde geht, wenn liebgewonnene Menschen einfach verschwinden und sich nicht mehr melden. Dort wo andere nur resigniert mit den Achseln zucken und Situationen einfach akzeptieren, bin ich tagelang am Grübeln und so manche negative Veränderung zieht mich ziemlich runter. Nach Aussagen von Freunden leide ich unter dem Helfersyndrom, wenn es einem Menschen schlecht geht, dann vergesse ich sogar *alte Feindschaften* (wobei ich ohnehin noch nie für alle Zeiten jemandem böse sein konnte) und fremde Probleme lassen mich manchmal schlecht schlafen.

Ich lebe! Nun - was für eine Aussage, aber ich meine damit nicht die bloße Existenz - mit Luft einatmen und essen um zu überleben und so weiter....Ich spüre das Leben und geniesse es! Wenn ich mich freue, wenn ich liebe, wenn ich traurig bin und auch wenn ich hasse - dann zeige ich das. Ich gehöre zu den extrovertierten und exzessiven Menschen, wo es mir an Geduld und Beherrschung mangelt da finden Genuß und Übermaß ihren Platz. Ich bin extrem mitteilsam, was aber nicht heißt, daß ich das Alleinsein oder stille Stunden nicht ertragen kann - alles zur rechten Zeit.

Humor ist ein sehr wichtiger Aspekt in meinem Leben! Ich lache fürchterlich gerne - was ja eigentlich im totalen Widerspruch zu meiner Melancholie steht. Nun eigentlich nicht wirklich, denn das Leben besteht ja nun mal aus Gegensätzen und da ich das Leben in vollen Zügen geniesse, gehört das Lachen natürlich dazu - und zwar genauso exzessiv. Es fällt mir schwer meinen Humor in eine Schublade zu stecken, aber er liegt wohl irgendwo zwischen *schwarzem Humor* und Satire. Worüber ich endlos lachen kann: Monty Python, Fawlty Towers, Filme wie *Täglich grüßt das Murmeltier*, den Großmeister des Verriß' Oliver Kalkofe, Kishon, Scheibenwelt - Romane von T. Pratchett und Wiener Cabaretisten wie: Alfred Dorfer, Josef Hader, Andreas Vitasek, Gunkel und Lukas Resetarits. Ich liebe *Puns* (englisch=Wortwitz) und Situationskomik.Was mich eher zum Weinen denn zum Lachen bringt, sind Carnevalssitzungen und Sendungen auf diversen TV-Kanälen die da heissen *Die supergeile Lachparade*.

Ich betrachte mich als toleranter Mensch, der viel Selbstkritik ausübt. Aber ich muß auch ehrlich zugeben, daß ich mit zunehmendem Alter immer mehr Tendenzen in mir entdecke engstirnig zu werden. Ich arbeite an mir, daß ich meine Inakzeptanz gegenüber mir unverständlichen Dingen unterdrücke und eher versuche mich in andere reinzuversetzen. Aber es gibt Vieles was ich nicht verstehen will und auch niemals versuchen möchte zu verstehen wie z.B. physische und psychische Gewalt, Mobbing und religiösen Fanatismus.

Abschließen möchte ich diese Selbstbetrachtung mit Worten aus meinem Lieblingskinderbuch *Das kleine Ich-Bin-Ich* von Mira Lobe:

Das kleine Ich-bin-ich

Zwischen hohen grünen Halmen

geht das ICH-BIN-ICH spazieren,

dreht sich nicht mehr hin und her,

denn es ist - ihr wißt schon wer.

Läuft gleich zu den Tieren hin:

"So, jetzt weiß ich, wer ich bin!

Kennt ihr mich?

ICH BIN ICH!"

harmlos und ungefährlich

Mehr über meine Kindheit?