Die dümmsten Fragen

Wer kennt sie nicht, die saudummen Fragen und Feststellungen, die uns im ungläubigen Staunen zurücklassen? Und wieder hat man es verabsäumt, die einzig wahre Antwort schlagfertig auf den Tisch zu knallen!

Das Festnetz-Telefon läutet, man meldet sich. "Hallo, hier ist.... , bist Du schon zu Hause?" "Ja", stammelt man blöde hinein, anstatt ultimativ mit "Nö, befinde mich grad im Supermarkt, aber red ruhig weiter", zu antworten.

Man trifft per Zufall einen alten Bekannten auf der Straße, freudestrahlend umarmt man einander, klopft sich auf die Schulter... und dann kommt sie, die unvermeidliche Frage aller Fragen: "Sag mal, hast Du abgenommen?"

Nun, was soll man darauf antworten? Entweder er hat gesehen, daß ich abgenommen habe, dann werd' ich wohl ein paar Kilo leichter sein. Traut er seinen eigenen Augen nicht, braucht er erst meine Bestätigung, hat er Angst mich doch mit jemand anderen zu verwechseln? Und wenn ich verneine? Was wird er dann tun? An sich zweifeln, mich als Lügner beschimpfen und nie mehr ein Wort mit mir wechseln? Und warum diese Frage? Sehe ich so schlecht aus, oder war ich vorher zu fett?

Mein Favorit aber ist immer noch:

"Hi, wie geht's Dir?" (In Hessen sogar zu "Ei Gudde wie?" verkümmert) Getreu alter Traditionen hat man mit "Danke, und Dir?" zu antworten.

Danke? Wofür? Für die Frage? Aber ich verrate Dir trotzdem nicht wie's mir geht?

Eine beliebte Floskel, um Interesse vorzugaukeln. Macht man sich den Spaß und antwortet mit: "Oh, gut daß Du fragst! Also gestern ist mein Haus abgebrannt als ich meiner komplette Familie per Feuerbestattung die letzte Ehre erweisen wollte und ich habe nur noch ein Monat zu leben. Und wie geht es Dir so?" wird man feststellen, daß rund 60% der Leute mit "Danke" antworten werden.

Völlig das Konzept über den Haufen werfen, kann man auch, indem man einfach nur sagt: "Oh danke, mir geht es gut!"......

Aufgefallen? Die Essenz zum Weitermachen fehlt! "Und wie geht's Dir" völlig unter'n Tisch fallen lassen. Die meisten werden darauf sagen: "Ach das freut mich.... und Dir?" Das fehlende wird einfach von selbst ergänzt - ganz zwanghaft, so wie bei einer optischen Täuschung, bei der eine Linie bei einer grafischen Figur unterbrochen wird, die das Auge des Betrachters automatisch weiterführt.

Eine weitere Telefonfrage: "Hi, was machst Du denn gerade?" Nun, ich telefoniere wahrscheinlich, oder?

Der Anrufbeantworter, das Auffangbecken für geballte Dummheit:

"Fiiiep... hey Du, bist Du zu Hause? Haaaallo!"

Nein, Du Ratte und selbst wenn ich es wäre, warum wohl ist der Anrufbeantworter dran statt meinereiner? Sag doch einfach und praktisch was Du von mir möchtest und erwarte nicht, daß ich das was ich gerade tue unterbreche, nur weil Du "Haaaallo" reinbrüllst.

In der Hitliste ganz oben, befindet sich auch die immer wiederkehrende Frage meiner Tochter: "Schmeckt das gut?" wenn ich gerade genüßlich in etwas beiße, das ihr fremd ist. Oh Kind, so sehr ich Dich liebe....

Nein, es ist einfach grauenvoll, bitter, ranzig und schmeckt in etwa so, wie Hühnerkacke riecht. Auf das Angebot hin, doch einfach zu kosten, anstatt von mir eine detailierte Geschmacksrezension zu verlangen, kommt die Antwort: "Nein, lieber nicht." Wofür hält sie mich eigentlich? Für einen Aasfresser, einen Mistkäfer? Als Baby traute sie mir irgendwie mehr über den Weg.

"Schatzihi? Liebst Du mich noch?" Wieviel Menschen haben wohl mit dieser Frage - oft genug gestellt - schon genau das Gegenteil von dem erreicht. Warum zum Geier sollte der andere nicht mehr dieses Gefühl zu einem haben - und wenn er es nicht mehr hat, wird er die Frage wohl einfach mit "Nö" beantworten? Jeder noch so verliebte Depp bekommt mit der Häufigkeit dieser Frage irgendwann mal ein mißtrauisches Verhältnis zum Fragesteller. Vielleicht weiß der ja doch besser bescheid, warum man ihn nicht mehr lieben sollte.

"Hab ich das nicht toll gemacht?" Hm, wäre dem so, dann hätte ich es wohl lobend erwähnt - und wenn ich gerade kurz davor war, werde ich es nun mit Sicherheit jetzt nicht mehr tun, da Du es für mich schon erledigt hast. Und wenn der so Befragte einfach ein verstockter Lobunterschlager ist, wird er es auch auf die Frage hin bleiben.

Vielleicht sollten wir ab und an mal bewußt darauf hören, was wir im Laufe eines Tages so von uns geben, der mit unseren Floskeln Konfrontierte wird es uns danken.