Der Boxeraufstand

Ende des 19. Jahrhunderts machen sich ausländische Mächte in China unbeliebt. England, Frankreich, Russland, die USA und Deutschland beanspruchen Gebiete und Vorrechte für sich. Ihre Missionare stellen das traditionelle Denken, der Chinesen auf den Kopf. Während die Kolonialherren durch Industrialisierung und Handel immer reicher werden, müssen Einheimische hungern. Bei vielen Chinesen kommt deshalb Hass auf.

Die sogenannte Boxerbewegung, ein Geheimbund aus Kampfsport-begabten, jungen Männern, macht sich zum Ziel, die verabscheuten Ausländer mit Gewalt zu verjagen. Sie zerstören Kirchen, töten Missionare und chinesische Christen - der Kaiserhof schaut zu. Im Frühjahr 1900 rückt der Aufstand aus den Provinzen bis nach Peking vor. Am 20.Juni eskaliert der Konflikt: "Boxer" töten den deutschen Diplomaten von Ketteler und beginnen mit der Belagerung des Botschaftsviertels, das großteils von hohen Mauern umgeben ist.

Hier glaubten sich die Diplomaten aus Europa, Japan und den USA sicher, hierhin flohen chinesische Christen. Jetzt müssen sie alle, etwa 3000 an der Zahl, um ihr Leben bangen, notdürftig verteidigt von einer Schutztruppe, verpflegt mit schrumpfenden Vorräten. Ihre Rettung kommt am 14. August, als internationale Truppen Peking erreichten und die Stadt einnehmen. Im September 1901 muss China das so genannte Boxerprotokoll unterzeichnen - die darin geforderten Entschädigungszahlungen ruinieren das Reich finanziell.

(ADAC Reisemagazin "China" 2000)

Siehe auch Cixi

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